Kreative Arbeit und Urheberrecht

PHOENIX Halle Dortmund, 26. – 28. September 2008

Eine Tagung von iRights.info, Berlin, und Hartware MedienKunstVerein, Dortmund

Schützt das Urheberrecht Autoren oder Verwerter? Wie arbeiten Urheber – mit öffentlicher Förderung, in der Kreativwirtschaft oder in lustvoller Selbstausbeutung? Remixing ist illegal und findet doch massenhaft statt – wie lassen sich die Interessen von Kreativen und Re-Kreativen vereinbaren?

Die brisantesten Fragen aus der von iRights.info durchgeführten Untersuchung der neuen Arbeitsverhältnisse werden nicht nur in Vorträgen und Podien zu Diskussion gestellt, sondern auch in Form von Performances, Filmen, Konzerten und einem Rundgang durch die Ausstellung “Anna Kournikova Deleted By Memeright Trusted System – Kunst im Zeitalter des Geistigen Eigentums”.
Die Digitalisierung der Medienwelt verändert alles: die Arbeitsbedingungen der Kreativen, die Nutzungsmöglichkeiten durch die Empfänger und die Verwertungsketten auf dem Markt. Früher haben Künstler, Journalisten und Musiker Werke geschaffen, die Verlage haben sie vermarktet und die Verbraucher haben sie verbraucht. Heute sind Autoren Multimediaproduktionskonglomerate in einer Person. Die so genannten Endverbraucher stehen nicht länger am Ende der Leitung, sondern sind Ausgangspunkt für eigene Werke und globale Distribution aus dem Wohnzimmer. Und aus den Industrien, die früher säuberlich in Medienhardwarehersteller, Kommunikationsdiensteanbieter, Verlage, Vertriebe und Veranstalter getrennt waren, sind heute unüberschaubare Konstellationen geworden, bei denen man kaum sagen kann, wer gerade wen quersubventioniert oder aufkaufen wird. Das Urheberrecht soll, so lässt der Name vermuten, die Rechte der Urheber sichern. Tatsächlich ist es zu einem weiteren Instrument im Kräfteringen um Marktanteile geworden. Wo bleiben in dieser komplexen Dynamik diejenigen, die kreative Werke im Sinne des Urheberrechts schaffen, diejenigen also, um die sich alles dreht?

Das Projekt »Arbeit 2.0 – Urheberrecht und kreatives Schaffen in der digitalen Welt« versucht Licht ins Dunkel der digitalen Kultur- und Wissensordnung zu bringen. Mit analytischen, künstlerischen und dialogischen Mitteln untersuchen wir die neuen kreativen Arbeitsverhältnisse und ihre Rahmenbedingungen. Die Kernfragen zu Ökonomie, Remixing und Organisation von Kreativschaffenden, die sich aus der von iRights durchgeführten Untersuchung ergeben, werden auf der Tagung “Kreative Arbeit und Urheberrecht” zur Diskussion gestellt.

Weitere Informationen auf der Wesbsite des Hartware MedienKunstVereins