Verwoben

jan Kath und Haiko Hebig

JAN KATH/TEPPICH
HAIKO HEBIG/FOTOGRAFIE
AUSSTELLUNG DER KREATIVEN ARBEITEN
17.11.2011 – 24.12.2011
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VERNISSAGE BEI HEIMATDESIGN
/: 17.11.2011 /: 18:00 UHR /: HOHER WALL 15, 44137 DORTMUND

Temporär miteinander verwobene Positionen zeigen der Bochumer Teppich-Designer Jan Kath und der Dortmunder Fotograf Haiko Hebig in der neuen Dortmund.Kreativ.Stars Ausstellung bei Heimatdesign. Während Haiko Hebig in seinen zumeist weitwinkligen Fotografien die topographischen Spezifika des jeweiligen Raumes erfasst, nutzt Jan Kath Texturen, die er unter anderem in Details solcher Szenerien findet, um daraus einzigartige Teppich-Designs zu entwickeln, die er nach traditionellen Verfahren in Nepal, Thailand , Marokko und Indien umsetzen lässt. In Nepal wird ein Hauptteil der Ware geknüpft . Materialien sind hierbei Tibetische Hochlandwolle, Seide und Brennesselfaser. Dabei ist es nicht das Offensichtliche was beide inspiriert, denn den aufmerksamen Beobachtern eröffnen sich gerade an abseitigen Orten besondere Blicke auf Gewachsenes, Bestehendes und Zukünftiges.

Mit Liebe zu dem was man tut und der nötigen Neugier ausgestattet entsteht Vielschichtiges. Beide arbeiten mit scheinbaren Leerstellen – wenn die gewohnte Struktur plötzlich fehlt, entsteht Unregelmäßigkeit. Eine Chance!
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Info zu Haiko Hebig:
Mit beinahe enzyklopädischem Ansatz untersucht Haiko Hebig in seinen freien Arbeiten die räumliche Struktur der Stahlregionen Europas. Er zeigt, wie die Topographie von Kernräumen wie der Saar, der Ruhr, der Wallonie und Lothringens auch dann noch entscheidend von Erfordernissen der metallurgischen Industrie geprägt bleibt, wenn sie ihre gesellschaftliche Einflusskraft verloren hat. Zum Thema frisch bei Klartext erschienen ist sein Buch “Stahl + Stadt”, in dem er und der Essener Fotograf Bernd Langmack aktuelle Fotografien aus Dortmund und Duisburg gegenüberstellen. Zu sehen sind Aufnahmen von Orten, die meist außerhalb des medialen Interesses stehen, die Region aber dennoch fundamental prägen. “Stahl + Stadt” ist im Buchhandel und in der Ausstellung erhältlich.

http://phoenixgesellschaft.de/

Info zu Jan Kath:
Ihr könnt cool sein, ohne kalte Füße zu haben! Jan Kath (37) eröffnet mit seinen modernen Entwürfen eine völlig neue Sicht auf den Teppich. Ohne Berührungsängste kombiniert der Bochumer klassische Elemente des Orientteppichs mit zeitgenössischem, minimalistischem Design. Er bricht gezielt mit alten Sehgewohnheiten und wirft strenge Gestaltungsregeln über Bord. Eine ganze Generation, die einst Großmutters Perser zusammenrollte und aus den Wohnzimmern verbannte, bringt er so ?zurück auf den Teppich”. ?In klinisch durchgestylten Wohnungen mit Hochglanz polierten Betonböden fühlt sich niemand wohl”, erklärt Kath. ?Unsere Teppiche sind ein organisches i-Tüpfelchen, Wohlfühlinseln, die im coolen Enterieur heilsam wirken, ohne den Style zu zerstören.” Jan Kath, der heute zu den international bedeutendsten Teppich-Designern gehört, ist Autodidakt.

Die Matrix für seine innovativen Entwürfe bildet eine tiefe emotional verwurzelte Beziehung zum Teppich: Jan Kath stammt in dritter Generation aus einer Teppich-Händler-Familie mit Dependancen im Ruhrgebiet und in Berlin. Schon als kleiner Junge besuchte er mit seinem Vater Manufakturen in Iran und Nepal. Diese Erfahrungen schärften sein Auge und weckten das Grundverständnis für Farbkombinationen und Proportionen. Dennoch wollte Jan Kath nie in die Fußstapfen der Eltern treten, das Geschäft nicht weiterführen. Um seinen eigenen Weg zu finden, reiste er mit 20 Jahren durch Asien und den Orient und landete während seines Roadtrips mehr oder weniger zufällig in Nepal. Dort baten ihn Freunde der Familie, als Qualitätskontrolleur in ihrer Teppichproduktion einzuspringen. Die ?Verbindung zum Thema Teppich” war wieder hergestellt. Später übernahm Jan Kath die Fertigung, begann eigene Designs zu produzieren.
Inspiriert von zahlreichen Reisen durch pulsierende Metropolen wie Paris, Istanbul, New York und Tokio, Beirut, Sydney und nicht zuletzt durch seine Heimat, das Ruhrgebiet, mit seiner archaischen Industriekultur, entwickelte Jan Kath schnell seine individuelle Handschrift. Während in seinen Kreationen der Reiz des Fehlerhaften, der Erosion und der Verwandlung eine zentrale Rolle spielt, ist Kath in Sachen Qualität ?kompromisslos konservativ”. Classic und Erased Classic Motive aus italienischen Wandbespannungen und indischen Saris hat Jan Kath in seine Classic-Kollektion einfließen lassen. Die zeitlosen und unaufdringlichen Designs verleihen jedem Raum ein nobles Ambiente. Diese klassischen Muster bilden auch die Grundlage für die Kollektion ?Erased Classic”. Die strengen, geordneten Ornamente des Teppichs werden aufgelöst. An einigen Stellen scheinen die Rapporte, die sich ursprünglich perfekt wiederholten, wie wegradiert, mit Säure übergossen und ausgewetzt. So entsteht eine ganz neue Formensprache. Wie weit die Erosion fortgeschritten ist, können die Kunden – genau wie Farbe, Materialen, Größe, Knotendichte und Designs – nach persönlichem Geschmack selbst festlegen. Jan Kath reizt die Ästhetik des Verfalls und der Vergänglichkeit. Dabei haben ihn seine Besuche in den Metropolen dieser Welt und – ganz maßgeblich – seine Heimat, das Ruhrgebiet, inspiriert. Verfallene Zechen, verwitterte Lagerhallen und die Natur, die sich ihren Raum zurückerobert sowie das Spannungsfeld zwischen Altem und Neuem, interessiert ihn besonders. An Orten der Industriekultur wurden die Teppiche für das aktuelle Katalog-Shooting in Szene gesetzt: Die zerstörten Ornamente des Teppichs sind das Bindeglied zwischen dem rohen Look der Gebäude und den edlen Materialien. ?Das Perfekte und Glatte langweilt unser Auge”, sagt Kath. So erklärt der Designer auch die Faszination der handgeknüpften Teppiche: ?Maschinen machen keine Fehler. Unsere Knüpfer in den kleinen Manufakturen in Kathmandu machen zwar perfekte Arbeit, dennoch entstehen Unregelmäßigkeiten, die auf die handverarbeiteten Naturmaterialien zurückzuführen sind. Diese ?programmierten Fehler” machen die Teppiche so inspiriert und lebendig. Sie erzeugen maßgeblich die Tiefe des Designs.

http://www.jan-kath.com

Die Ausstellungsreihe von Heimatdesign zeigt seit dem Jahr 2008 monatlich zwei Positionen aus dem Designbereich der Kreativwirtschaft. Immer wird ein Dortmunder Designer vorgestellt und ein zweite Position aus dem national und internationalen Umfeld ausgesucht. So entstehen oft spannende Auseinandersetzungen und Zusammenarbeiten im Ausstellungsraum von Heimatdesign. Die Ausstellungsreihe Dortmund.Kreativ.Stars wird unterstützt von der Wirtschaftsförderung Dortmund

http://www.kreativwirtschaft-dortmund.de