Überlebe Powerpoint!

In Zusammenarbeit mit dem Kulturbüro der Stadt Dortmund ist es uns gelungen, die PECHA KUCHA NIGHT, nach weltweit 112 Austragungsorten, auch in unsere Heimat zu holen. Wir freuen uns auf die erste PECHA KUCHA NIGHT Dortmund, die am 17. Juni 2008 im Domicil stattfinden wird.

Pecha Kucha kommt aus dem Japanischen und heißt soviel wie “wirres Geplapper”. Bei den PECHA KUCHA NIGHTS bekommen Kreative aus allen Bereichen die Möglichkeit ihre Projekte vorzustellen. Aber der Zeitrahmen für jeden Vortrag ist glücklicherweise auf 20 Folien á 20 Sekunden, also 6 Minuten 40 Sekunden gesetzt.
Daher kommt der “death by powerpoint” erst gar nicht auf. Ausgedacht hat sich diese kurzweilige Vortragsart das Architektenteam Klein-Dytham aus Tokio, die das Format zum ersten Mal in 2003 während einer Designveranstaltung präsentierten.

Folgende Presenter werden ihre Projekte vorstellen:

1. ARNE SCHULENBERG – UNION DER HELDEN
Die Union der Helden: Ein Fotocomic der im Ruhrgebiet spielt und von Superhelden handelt! Klingt spannend? Ist es auch! Gleichzeitig ist es ein neues Werbemedium, denn im Rahmen der Geschichten kann jedes Produkt, jedes Unternehmen, jede Dienstleistung beworben werden. Klingt innovativ? Ist es auch! 2007 zählte die Union der Helden zu den Top20 im IT-Gründungswettbewerb von start2grow.

2. RUPPE KOSELLECK – KÜNSTLERISCHE STRATEGIEN ABSURDER ÖFFNTLICHKEITSARBEIT
In seinem Projekt versucht Ruppe Koselleck, Liberty mit Hermann zu tauschen.
Hermann als Symbol der wehrhaften Freiheit schlägt Schlachten, die andernortes stattfinden und springt der angeschlagenen Freiheit in New York bei – nimmt für ein paar Wochen ihren Platz ein. Im Gegenzug erholt sich Liberty im Luftkurort am Teutoburger Wald. Diesen Tausch der Figuren versteht Koselleck als Wechselausstellung von pathetischer Kunst.
Es entsteht dabei eine Persiflage auf das globale Gedenken von Freiheit, Schlacht, Sieg, Nation und Demokratie.
Sockelgröße und Ort der angestrebten Translokation lassen das Projekt in realiter durchführbar erscheinen. Politisch unwägbare Bedingungen machen das Vorhaben spannend und legitimieren sein Vorhaben als Kunst.
Ruppe Koselleck stellt weiter in seinem Vortrag künstlerische Strategien absurder Öffentlichkeitsarbeit vor.
Neben Parasitären Publikationen beim Möbelmulti IKEA, wird er einen weiteren Versuch unternehmen den Ölriesen British Petroleum feindlich zu übernehmen, in dem er Rohölbilder und Teerarien anpreist, von deren Verkaufserlös der Künstler, Aktie um Aktie den Global Player zu schlucken bereit ist.
Anschließend stellt Koselleck eine Reihe Intriganter Interventionen im Alltag vor, belegt dass man mit Kaninchen malen kann, verlegt die Grenze des guten Geschmacks von Schöppingen nach Frankfurt und schweigt sich endlich sehr folgenreich über Dinge aus, die an dieser Stelle unerwähnt sein sollen.
Koselleck ist gebürtiger Dossenheimer, Wahlwestfale und der vierzigjährige Versuch eines freien Künstlers. Lebt und arbeitet unterwegs, sowie in Orbey und Münster.
Schreibt als B. Luthat, Dr. Billy Baypack und Lara Lohse für zweifelhafte künstlerische und gewissenhaft profane Publikationen der Gegenwart. Gewinnt diverse Kunstpreise und verspielt Geld beim Lotto. Hat zwei Kinder, ist verheiratet und sammelt Porsche, um mit 10.000 Modelautos dereinst in Berlin den Kurfürstendamm zuzuparken.

3. JOHANNES KLAIS – GRATISFILM
Die Liebe zum Film, zur Heimatstadt Dortmund und die Freude an guter Unterhaltung – das sind die gemeinsamen Grundlagen des seit mittlerweile sechs Jahren bestehenden Produktionsteams. Den Kern von Gratisfilm bilden fünf Dortmunder Freunde, um die sich im Laufe der letzten Jahre ein aktives Szene-Netzwerk von Fotografen, Musikern, Designern und Filmschaffenden gebildet hat, das mit seinen zahlreichen Talenten die verschiedenen Ideen tatkräftig unterstützt. Kommerzieller Erfolg steht dabei immer hinten an. Viel mehr geht es um die Freude am gemeinsamen ?auf die Beine stellen” von Projekten. Und so hat das Gratis-Film Debüt ?Grosses Tennis” 2003 gezeigt, was möglich ist, wenn anstatt großer Budgets und Marktstrategien Herzblut und Ehrgeiz im Mittelpunkt stehen.
Auch die Partys, die das seit mittlerweile fünf Jahren regelmäßig als DJ-Formation in verschiedenen Dortmunder Clubs ausrichtet, sind mittlerweile legendär. Vor allem die aufwendig und liebevoll gestalteten Flyer, auf denen sich das Gratisfilm-Soundsystem in immer neuen Outfits präsentiert, sorgen beim Erscheinen regelmäßig für Gesprächsstoff und ?gude Laune” in der Stadt.
Mit der 2007 startenden Filmproduktion von ?Oh Fortuna” erfüllt sich die Gratis-Familie jetzt den Traum von einem zweiten Spielfilm in abendfüllendem Format.

4. STEPPENHEXE – EIN ILLUSTRATIONSMAGAZIN
“Die Steppenhexe ist ein ein ”Illustrations-Magazin”. Wir veröffentlich, was uns gefällt. Immer zu einem festgelegten Thema pro
Ausgabe. Immer auf der Suche nach kreativen Köpfen, die etwas beitragen wollen.”

5. DR. SIMONE KOSLOWSKI – RUHR.2010 / DER MARKENNAME FÜR DIE KULTURHAUPSTADT EUROPAS 2010
Gemeint sind damit alle 53 Städte und Gemeinden des Ruhrgebiets.
Eine Kulturmetropole neuen Typs. Eine unfertige Stadt – offen für neue metropolitane Kreativzentren und neue Formen von Kultur und Urbanität.

6. THOMAS C. LÜCKING (GERBER ARCHITEKTEN) – BURJ AL-TAQA ENERGY TOWER
Mit dem Burj Al-Taqa / Energy Tower stellte das Büro Gerber Architekten International GmbH in Kooperation mit DS-Plan im März in Bahrain (Ministry of Industry and Commerce) und in Riad (Arriyadh Development Authority) sowie im letzten September in Dubai (Dubai Municipality) das erste Null-Primärenergie-Hochhaus vor, das speziell auf die klimatischen Gegebenheiten des Mittleren Osten abgestimmt ist und dafür die traditionellen Klimatisierungstechniken der historischer Windtürme Arabiens weiterentwickelt.

7. PETER LIEDTKE – BILD.SPRACHEN
Im Wissenschaftspark Gelsenkirchen entsteht eine Fotomesse, welche die besondere Leistungsfähigkeit der Region im Bereich der angewandten Fotografie zeigt. Die Messe findet im Spätherbst statt. Der Schwerpunkt wird auf Fotografie an der Schnittstelle zwischen Gebrauchsfotografie (Design) und Kunst liegen.
Die einmal im Jahr stattfindende Messe wird flankiert von verschiedenen Produzentenausstellungen, Vorträgen und Seminaren, die zu verschiedenen Zeitpunkten übers Jahr verteilt stattfinden und damit die Messe vorbereiten und den Ort als Plattform für Fotografie wiederkehrend im Bewusstsein halten.
Die Themen der Ausstellungen sollen Bezug nehmen sowohl zu speziellen gesellschaftlich und wirtschaftlich relevanten Themen -insbesondere des Ruhrgebietes- als auch zu fotografisch relevanten Entwicklungen.

8. ALEXANDER VON KEYSERLINGK – GORILLA NATÜRLICH FASTFOOD
?Der Gorilla lebt im Wald. Wenn er Hunger hat zupft er sich Blätter und isst so lange, bis er satt ist. Die Blätter sind roh, immer frisch und biologisch. Die Früchte, die er isst, genauso. Der Gorilla isst kein Fett und keinen Zucker. Der Gorilla isst keine anderen Tiere. Was der Gorilla isst, macht ihn zum grössten, zum
stärksten und zufriedensten Tier im Urwald.” Mach´s wie der Gorilla!

9. BORIS GOTT – EIN MEDLEY
Man darf gespannt sein auf die neuen Lieder der bald erscheinenden EP des Dortmunder Künstlers.

10. MAIJA JULIUS – PLATZ DES EUROPÄISCHEN VERSPRECHENS
Platz des europäischen Versprechens von Jochen Gerz ist eine Einladung an die Bürger Europas. Sie nehmen an der Neugestaltung dieses Platzes teil, indem sie Europa ein Versprechen geben. Das Versprechen selbst bleibt unveröffentlicht, allein ihr Name wird anschließend dauerhaft auf Bodenplatten in den Platz eingeschrieben.
Der Platz des europäischen Versprechens entsteht von 2007 und 2010 als ein Beitrag der Stadt Bochum zur Europäischen Kulturhauptstadt Ruhr 2010.

11. DANIEL VESELKA – KULTUR.UNTERNEHMEN.DORTMUND
?Kultur.Unternehmen.Dortmund” plant, Gründungen in der Kreativ- und Kulturwirtschaft von der Idee bis zur Umsetzung zu begleiten. Kern des Projektes ist ein interdisziplinäres Qualifizierungsangebot, das sich an Studierende der Fachhochschule und der Universität gleichermaßen richtet und von Dr. Elmar Konrad, Kulturunternehmens-Experte an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Dortmund, koordiniert wird. Des Weiteren bieten ?Culture-Entrepreneurship Coaches” in den kulturwirtschaftlich relevanten Fachbereichen Beratung zur Unternehmensgründung.

Eine eigene Website ist unter www.pechakucha-dortmund.de erreichbar.

Weitehin kann man sich unter www.pecha-kucha.org/cities/dortmund informieren.